Übersetzungsalltag: Das Problem mit den „Likes“

Ich werde zu alt für dieses komische Internet. So komme ich mir jedenfalls derzeit vor. Nachdem Twitter vor einigen Tagen sein Favoriten-System endgültig in ein Gefällt-mir-Herzchen-System umgewandelt hat und damit einen weiteren Schritt hin zu einem Möchtegern-Fratzenbuch mutiert ist, hat auch TWBlue, mein derzeitiger Twitter-Client, diese Veränderung übernommen. Da ich für diesen Client die deutsche Sprachdatei betreue, mussten natürlich auch einige neue Übersetzungen eingepflegt werden. Kein Problem, dachte ich, und machte mich ans Werk.

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Updates sind nicht immer nützlich

Wer eventuell beabsichtigt, in seinem WordPress die TwitterTools auf Version 3.x zu aktualisieren, sollte sich das besser zweimal überlegen. Nachdem mich mein Backend mit etlichen Fehlermeldungen überschüttet hat und nach der Installation eines zusätzlichen Plugins für die Twitteranbindung das Plugin plötzlich mehr konnte als nur Twitter, habe ich die TwitterTools komplett entfernt. Stattdessen nutze ich jetzt das Plugin „WP To Twitter“, das zwar etwas weniger Funktionalität mitbringt, seinen Dienst aber hervorragend verrichtet, auch ohne unnötigen Schnickschnack.
Und da ich eh schon mal am Basteln war, habe ich gleich noch ein paar ohnehin überfällige Social-Media-Buttons eingebaut. Die datenschutzkonformen versteht sich. Wer meine Artikel also für empfehlenswert hält, kann sie jetzt direkt aus dem Blog heraus mit zwei Klicks in die soziale Netzwelt weiterleiten.
Den gefälschten Facebook-Button von Elias Schwertfeger habe ich vorerst deaktiviert, um eventuelle Verwirrung zu vermeiden.

Ach ja, bevor ich es wieder vergesse: Programmänderungen auf SlangRadio haben ergeben, dass meine Sendung „Frei wie der Wind“ seit dem 1. Oktober jetzt immer montags ab 18:00 Uhr und in der Wiederholung am darauffolgenden Dienstag um 16:00 Uhr ausgestrahlt wird.

Und nun zurück in die (an)geschlossenen Anstalten. :)

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Türsteher im Browser

Dass viele Webmaster die Abart betreiben, Besucher ihrer Angebote mit Browser-Tipps auf die Nerven zu gehen, sollte ihre Browser-Version zu alt für ihr tolles Super-duper-HTML5-Webstandard-Javascriptgedöns-Design sein, ist ja nun nichts Neues mehr. Meistens lassen sich solche Webseiten dann trotzdem noch anzeigen, wenn auch nicht so, wie vom Webdesigner für teures Geld beabsichtigt. Wenn einem aber mittlerweile schon solche Meldungen entgegenspringen…

„Ihr Browser ist leider zu alt und kann unsere Inhalte nicht darstellen
Explorer 8
Wir empfehlen einen der folgenden Browser zu verwenden:“

…ist das eindeutig zu viel der Bevormundung. Oder doch eher die Faulheit des Webdesigners? Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie man ein solches Szenario in die Realität übertragen könnte. Ist es vergleichbar mit Türstehern vor Discos? „Aldä, deine Schuhe seh‘n scheiße aus, du kommst hier net rein!“ Oder noch schlimmer: Man geht in ein Kaufhaus und wird wegen unangemessenen Aussehens abgewiesen. Ich warte ja nur auf den Tag, an dem es Internetzugänge nur noch mit vom Provider zur Verfügung gestellten Terminals geben wird. Webdesigner müssten sich dann nur noch um diesen einen Browser kümmern und sich nicht für die Nutzer alter Versionen schämen, weil das Design dort furchtbar aussieht. Oder noch besser: überlassen wir doch alles Facebook, Google und Apple! Wer keine Gadgets von denen hat, kriegt halt kein Internet mehr. Nun gut, vielleicht noch das Usenet. Aber dann könnten wir auch gleich das Internet auf die 90er Jahre zurückdrehen, als Webseiten nur besserer Videotext waren. Hmm, eigentlich gar keine so schlechte Idee, das erspart jede Menge Ärger.

Genug gesponnen. Webstandards einzuhalten ist gut und wichtig, auch im Hinblick auf die Accessibility. Aber nicht jeder kann und möchte immer mit dem Neuesten vom Neuesten unterwegs sein. Deshalb seid doch bitte so gut und überlasst es dem Anwender, womit er ins Netz geht. Beschwerden über verdrehte Designs kann man dann ja immer noch mit einem dezenten Hinweis auf die neueste Browsergeneration quittieren, auch ohne gleich die ganze Seite zu sperren. Im übrigen gibt es Möglichkeiten, den sogenannten User-Agent-String temporär zu ändern und die gewünschte Seite damit aufzurufen. Aber auch das wird bestimmt bald als Hacking unter Strafe gestellt. :)

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Kompromisslose Sanktionen gegen Facebooknutzer!

Es gibt offenbar immer noch unbelehrbare Menschen, die ohne nachzudenken ihre Adressbücher von Facebook auslesen lassen und sich dann wundern, warum sich ihre Mitmenschen angepisst fühlen, weil sie automatisch erstellte Spammails vom Fratzenbuch bekommen. Jetzt reicht’s! Schluss mit sozialen Netzen, ganz ohne Kompromisse! Wen es ebenso nervt, wenn Facebook und Co. unaufgeforderte Einladungen verschicken, kann ja mal folgenden „Musterbrief“ an den Verursacher der Einladung abschicken…

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UseBB: Neue Version mit verbesserter Spambekämpfung

Es gibt kaum einen Kampf im Internet, der so erbittert geführt wird wie der Kampf gegen Spam. Oftmals geht dies durch (nicht nur für Spammer) unleserliche Captchas zu Lasten normaler Benutzer oder, falls die Spambekämpfung unsichtbar geschehen soll, zu Lasten des Datenschutzes. Dienste wie Akismet, die unter anderem in der populären Blogsoftware WordPress eingesetzt werden, übermitteln alle eingegebenen Daten zur Prüfung an externe Server. Welche Möglichkeiten es noch gibt, zeigt ein eher unbekanntes Forensystem.

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Pickel-Browser

Pickel im Gesicht? Kein Problem, nimm einfach einen anderen Browser! Nun ja, zumindest könnte man dies aus einem Spamkommentar eines gewissen „acne home remedies“ schlussfolgern. Hausmittel gegen Akne stelle ich mir aber etwas anders vor…

„The new Zune browser is surprisingly good, but not as good as the iPod’s. It works well, but isn’t as fast as Safari, and has a clunkier interface. If you occasionally plan on using the web browser that’s not an issue, but if you’re planning to browse the web alot from your PMP then the iPod’s larger screen and better browser may be important.“

Also: Der Zune-Browser ist zwar überraschend gut, aber wegen seines klobigeren Interfaces und fehlender Schnelligkeit noch lange nicht so gut wie der des iPod und…
„My site is: what causes acne (Link entfernt)“
…verursacht daher Pickel im Gesicht? Ich habe Angst!

Theorien stellen diese Spammer auf, einfach der Wahnsinn. Mein Favorit ist aber immer noch der y-förmige Sarg nach zu heftigem Liebesspiel… :D

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Firmengründung? [Update]

Hätte ja echt nicht gedacht, dass meine Seiten mal so populär werden, um vom Cybersquatting betroffen zu sein. Aber tatsächlich erreichte mich heute die E-Mail einer Seite namens „Rescue Domains“:

> This is a notice that the domain name sp-radio.com is now available for purchase from our company.

Ja, und? Hab schon eine Domain, die reicht mir.

> It would make a valuable addition to your existing domain name sp-radio.de.

Nö. .com ist doch sowas von 2000!

> It is available for a one-time fee of only USD$49.

Boa, und dann auch noch 50 Mäuse für ne Domain? Hinzu kommen ja noch die Jährlichen Kosten, also nix mit einmal bezahlen.

> To purchase the domain name, please visit [Link entfernt]

Sorry, leider kein Interesse. Ich verdiene an dieser Domain keinen Pfennig, also warum sollte ich für teures Geld eine kommerzielle Domain daraus machen?
Obwohl… „Serviceportal Radio & Radiorobbe GmbH“… hmm, ne, klingt irgendwie sperrig. Aber ihr gebt mir in Zukunft sicher noch weitere Domainvorschläge, vielleicht lass ich mich doch noch überreden eine Firma zu gründen.
Hach, bin ich berühmt!!! :D

Update 04.02.2011: Mittlerweile gab es die zweite derartige Mail. Gleiche Domain, nur diesmal für 30 Dollar im Angebot. Weiterhin scheint es so, als würden noch weitere Seitenbetreiber solche Mails erhalten. Wie diesem Weblog zu entnehmen ist, handelt es sich hierbei auch gar nicht um das klassische Cybersquatting, da die beworbenen Domains nirgendwo registriert sind. Würde ich sp-radio.com also haben wollen, genügt auch der reguläre Weg über den Provider.

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Bis dass der Gerichtsvollzieher uns scheidet…

Hey, ich habe schon lange keine Heiratsanträge mehr bekommen. Aber der folgende ist sogar durch meinen Spamfilter geschlüpft und kommt von einer griechischen Mailadresse:

> International Marriage Agency

Heiraten? Och nöööö, hatte ich demnächst eigentlich nicht vor. Aber man kann ja mal gucken was die wollen…

> Hello honey!! I am for a good mature man.

Ja hallo, süße! Und da meldest du dich ausgerechnet bei mir? Find ich aber lieb von dir. Ich geh ja nun schon hart auf die 30 zu, da ist es schön, wenn man nicht selber suchen muss.

> As for myself, I am a pretty Ukrainian lady.

So so, eine schöne Frau aus der Ukraine. Und einen NAmen hast du wohl nicht? Nun ja, meinen scheinst du offenbar auch nicht zu kennen. *handshake* Steffen, sehr angenehm.

> Are you fond of Ukrainian ladies??

Kann ich dir nicht sagen, du wärest nämlich die erste Ukrainerin in meinem Leben.

> We are not just pretty and clever, but very tolerant as well..

„Wir sind nicht nur schön und clever, sondern auch sehr tolerant…“ Ah ja, verstehe schon. Nun, meine Clevere Braut aus dem fernen Osten, sei noch etwas cleverer und suche woanders jemanden, den du mit deiner Schönheit und Toleranz seines Geldes erleichtern kannst.

> Ukrainian ladies? esteem family and tend to be with their beloved ones a great deal of right time..

Ja ja, alles für die Familie. Mafia klingt schließlich nicht sehr einladend, das will schon gekonnt ausgedrückt sein.

> It’s right time to meet each other!

Meine Güte, Du hast es aber eilig aufm Sonntag. Dabei hatte ich doch noch was vor heute, kann echt nicht in die Ukraine kommen. Sorry.

> I‘ll be waiting for you on international marriage site. Bye dear!!
(Link entfernt)

So so. Und die Software, die man auf deiner internationalen Heiratsseite untergejubelt bekommt, scannt natürlich auch nur über meine Webcam, ob ich für dich geeignet bin. Nö, das lassen wir besser mal bleiben.

Bye bye, meine schöne Ukrainerin!

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Luke zu! Geschlossene Gesellschaft im Vogelhaus

Alle diejenigen, die meine Aktivität über Twitter verfolgen, haben es gestern vielleicht schon mitbekommen. Ich habe meine Nachrichten auf privat gesetzt. Dies bedeutet, dass nur noch diejenigen mir „folgen“ können, die ich dafür genehmigt habe. Dies bedeutet außerdem, dass nun auch die anonyme Verfolgung via RSS-Feed nicht mehr funktioniert.

Ein Teil meiner Nachrichten lässt sich weiterhin noch auf meinem Identi.ca-Profil mitlesen, dort funktioniert es auch per RSS. Allerdings tauchen da keine direkten Antwortnachrichten für Twitter-Follower auf, da dies natürlich wenig Sinn macht.

Und was soll das ganze?
Twitter ist mittlerweile ein gigantisches Netzwerk geworden. Möchte man Informationen unters Volk bringen, genügt schon eine relativ geringe Anzahl an Followern, um seine Nachrichten wie eine Lawine zu verbreiten. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass auch jede Menge Spam dort auftaucht. Das reicht von aktiver Spam zur Verbreitung von Malware, bis hin zu eher passivem Follower-Spam. Und vor allem die letztgenannte Spam-Methode ist wohl die schlimmste Plage auf Twitter.

Je mehr Follower man hat, desto öfter bekommt man es mit Spam-Followern zu tun. Meistens wirken die recht harmlos und tun nichts, außer jede Menge Twitter-Accounts zu verfolgen und darauf zu hoffen, dass sie zurückverfolgt werden. Verbreitet werden Nachrichten, die für potentielle Follower attraktive Sonderangebote, Gutscheine oder Webdesign-Tips beinhalten. Wenn man Glück hat, führen die mitgesendeten Links lediglich auf irgendwelche Weblogs, die einem aber kaum weiterhelfen. Hat man Pech… nun ja, das kann sich jeder selbst ausmahlen.

Warum lasse ich die Spammer nun nicht ihr Ding machen und ignoriere sie? Ganz einfach: Wer über meinen Twitter-Account stolpert, schaut sich vielleicht auch an, wer mir noch so folgt oder wem ich folge. Nicht zu vergessen die Vorschläge, welche Twitter einem selbst noch unterbreitet. Auch in dieser Liste können solche Spammer durchaus auftauchen, wenn sie lange genug ihre Links unters Volk bringen können. Mir ist es ganz und gar nicht egal, ob jemand aus Unachtsamkeit einem dieser Spammer auf den Leim gehen könnte, sollte er über meine Follower-Liste darauf aufmerksam geworden sein. Ich möchte nicht dafür mitverantwortlich sein, wenn zwielichtige Gestalten mit solch abartiger Werbung ihr Leben finanzieren können.

Spam ist und bleibt Spam. Egal, ob man ihn nun direkt bekommt oder passiv. Ich bin es leid, ein halbes Dutzend mal am Tag auf den Spam-Button zu drücken, wenn mir wieder mal Notebooktaschen oder die allseits „beliebten“ SEO-Tips angeboten werden. So lange Twitter diese Flut nicht in den Griff bekommt, ist dieser Dienst für mich nutzlos geworden. Ich habe auch kein Problem damit, notfalls meinen Twitter-Account wieder ganz zu löschen. Wie gesagt, einen Teil meiner Nachrichten gibt es noch bei Identi.ca zu lesen. Jedenfalls so lange, bis auch dort die Spam-Flut angekommen ist und ich mich dann ganz aus „sozialen“ Netzwerken zurückziehen werde. Bloggen ist eh viel schöner. :)

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